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Münchberg/München – Das Textilunternehmen Schoedel stellt bis Mitte 2009 die Produktion ein. Dies bedeutet den Verlust von insgesamt 81 Arbeitsplätzen in Münchberg und 290 im belgischen Mutterkonzern. Die meisten ehemaligen Schoedel-Mitarbeiter treten nun zur weitereren Qualifizierung in sogenannte Transfergesellschaften ein. Dies hat die Münchner Firma GeDiS gestern mitgeteilt. Sie hat im Auftrag des Betriebsrats und der Firma Schoedel diese Gesellschaften eingerichtet, um den ehemaligen Mitarbeitern die maximale geförderte Qualifizierungszeit von zwölf Monaten zu ermöglichen.
Die Gesamtmaßnahme endet am 30. Juni 2010. Zum 31. Oktober 2008 haben bereits 58 Schoedel-Mitarbeiter einen Aufhebungsvertrag abgeschlossen; 17 weitere Beschäftigte werden noch für einige Monate mit den Abbaumaßnahmen auf dem Werksgelände zu tun haben und zu einem späteren Zeitpunkt in die Transfergesellschaft eintreten.
Wie es in der Mitteilung heißt, erleben die Berater der GeDiS den Großteil der Belegschaft zwar als sehr enttäuscht, aber gefasst. „Wir haben lange gespürt, dass die Produktion Schritt für Schritt runter gefahren wird“, erklärt der Mitteilung zufolge Siegfried Koch, Betriebsratsvorsitzender bei Schoedel. „Mit Hilfe der GeDiS erhoffen wir uns, beruflich wieder Fuß fassen zu können und eine Folgetätigkeit am ersten Arbeitsmarkt zu finden. Unsere Leute fürchten, in die Leiharbeit abgeschoben zu werden.“
Um den besonderen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt in einer strukturschwachen Region besser begegnen zu können, plant die GeDiS einen engen Dialog mit anderen Betrieben im Münchberger Raum. Sobald Art und Umfang des Bedarfs an Arbeitskräften bekannt seien, begännen die „bewährten Maßnahmen“: die Erarbeitung beruflicher Perspektiven und von Alternativen zur Entwicklung der passenden Strategie bei Bewerbungen; professionelle Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungen und bei Auswahlverfahren; Trainings- und Informationsveranstaltungen zu Arbeitsmarkt relevanten Themen; sowie Begleitung und Analyse durch psychologisch geschulte Mitarbeiter vor Ort.
Weiterbildungen werden im Raum Hof durch die Europäische Union mit ESF-Mitteln in besonderem Maße gefördert. Die zuständige Arbeitsagentur hat bereits angekündigt, dass solche Mittel für die ehemaligen Mitarbeiter von Schoedel zur Verfügung stehen.
Bei ihrer bisherigen Arbeit, heißt es in der Mitteilung, habe die GeDiS ungewöhnlich große Unterstützung seitens der Stadt Münchberg und regionaler Verbände erfahren. Auch Walter Baumgartner, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Hof, begrüße die geplanten Transfermaßnahmen. „Bei den Sozialplanverhandlungen wurde daran gedacht, für die Beschäftigten eine professionelle Unterstützung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit auszuhandeln. Dies sollte zukunftsweisend werden.“
Die GeDiS GmbH wurde 1997 vom Betriebsrat der Firma Dornier Luftfahrt in Oberpfaffenhofen gegründet. 2002 wurde sie für die entlassenen 1300 Arbeitnehmer der Fairchild Dornier GmbH eingerichtet. Dieses Projekt, heißt es in der Mitteilung, sei mit 90 Prozent Vermittlungsquote sehr erfolgreich abgeschlossen worden.
Frankenpost, 19. November 2008
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