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Das Aus für oberfränkisches Traditionsunternehmen Schoedel

93% der Textilmitarbeiter entscheiden sich für die Teilnahme an den Transfermaßnahmen bei der GeDiS GmbH

Bald schon Nostalgie: Die Heizkessel der Firma Schoedel sind nur noch bis Jahresende in Betrieb

Münchberg/München, 12. November 2008 – Das Textilunternehmen Schoedel GmbH, 1885 im oberfränkischen Münchberg gegründet, stellt in Abschnitten bis Mitte 2009 die Produktion ein. Bekannt vor allen Dingen für die Herstellung von Matratzen- und Orthopädiestoffen, gibt die Schoedel GmbH anhaltenden Preisdruck aus Ost-Europa und Asien als Gründe für die Betriebsschließung an. Dies bedeutet den Verlust von insgesamt 81 Arbeitsplätzen in Münchberg und 290 im belgischen Mutterkonzern.

Um allen ehemaligen Schoedel-Mitarbeitern die maximale staatlich geförderte Qualifizierungszeit von 12 Monaten zu ermöglichen, hat die GeDiS im Auftrag des Betriebsrats und der Firma Schoedel Transfergesellschaften mit unterschiedlichen Eintrittszeiten eingerichtet. Die Gesamtmaßnahme endet am 30. Juni 2010. Zum 31. Oktober 2008 haben 58 Mitarbeiter/innen einen Aufhebungsvertrag abgeschlossen. 17 Beschäftigte werden noch für einige Monate mit den Abbaumaßnahmen auf dem Werksgelände zu tun haben und zu einem späteren Zeitpunkt in die Transfergesellschaft eintreten.

Die Berater/innen der GeDiS erleben den Großteil der Belegschaft zwar sehr enttäuscht, aber dennoch gefasst. „Wir haben schon lange gespürt, dass die Produktion Schritt für Schritt runter gefahren wird“ so Siegfried Koch, Betriebsratsvorsitzender der Schoedel GmbH. „Mit Hilfe der GeDiS erhoffen wir uns, wieder beruflich Fuß fassen zu können und eine Folgetätigkeit am ersten Arbeitsmarkt zu finden. Unsere Leute fürchten, vom Arbeitsamt in die Leiharbeit abgeschoben zu werden.“

Um den besonderen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt in einer strukturschwachen Region mit ländlichem Hintergrund besser begegnen zu können, plant die GeDiS GmbH einen engen Dialog mit anderen Betrieben in diesem Raum. Sobald Art und Umfang des Bedarfs an Arbeitskräften bekannt sind, werden die bewährten Maßnahmen zielgenau durchgeführt:

  • Erarbeitung beruflicher Perspektiven und Alternativen zur Entwicklung der passenden Bewerbungsstrategie
  • Professionelle Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungen, bei Auswahlverfahren und bei der Ermittlung des individuellen Qualifizierungsbedarfs
  • Durchführung von Trainings und Infoveranstaltungen zu arbeitsmarktrelevanten Themen
  • Begleitung und Analyse des Bewerbungsprozesses durch psychologisch geschulte Mitarbeiter/innen vor Ort

Fort- und Weiterbildungen werden im Raum Hof durch die Europäische Union mit ESF-Mitteln in besonderem Maße gefördert. Die zuständige Arbeitsagentur hat bereits angekündigt, dass solche Mittel für die ehemaligen Mitarbeiter/innen von Schoedel zur Verfügung stehen. Die GeDiS wird an Hand der Arbeitsmarktanalyse den Weiterqualifizierungsbedarf ermitteln und die Fördermöglichkeiten ausschöpfen.

Bei ihrer bisherigen Arbeit ist die GeDiS auf ungewöhnlich große Unterstützung seitens der Stadt Münchberg wie auch regionaler Verbände gestoßen. Auch Walter Baumgartner, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Hof, begrüßt die geplanten Transfermaßnahmen. „Bei den Sozialplanverhandlungen wurde daran gedacht, für die Beschäftigten eine professionelle Unterstützung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit auszuhandeln. Dies sollte zukunftsweisend werden.“

Weitere Informationen:

GeDiS GmbH / Sibel Avsar (Öffentlichkeitsarbeit)
sibel.avsar   gedis-gmbh.de
Fon: 089.550 597-18

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