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“Auf dem Weg in eine neue berufliche Existenz”

GeDiS ist eine Transfer- und Personalentwicklungsgesellschaft, die sich seit Januar 2010 damit beschäftigt, die ehemaligen Unterschleißheimer Kolleginnen und Kollegen wieder in Lohn und Brot zu bringen

Esslingen/Unterschleißheim – Bei GeDiS weiß man, wovon man spricht. Das Unternehmen wurde im Jahr 1997 vom Betriebsrat der Dornier Luftfahrt in Oberpfaffenhofen gegründet, als der damalige Besitzer die Flugzeugbauer hart auf dem Boden aufsetzen ließ. Rund 1300 Mitarbeiter wurden, um im Bild zu bleiben, an die Luft gesetzt. Mit einer Vermittlungsquote von 90 Prozent war die GeDiS so erfolgreich, dass die Münchner beschlossen, ihre Erfahrungen auch anderen zur Verfügung zu stellen, so auch Danfoss Bauer.

Nachdem Betriebsrat und Geschäftsleitung bereits am 13. Juli 2009 ihre Unterschriften unter eine Vereinbarung zum Interessenausgleich und Sozialplan gesetzt hatten, wurde am 1. Januar 2010 die Montage in eine Transfergesellschaft übernommen. Am 1. März 2010 folgte die Zahnradfertigung. Allerdings war bereits im Oktober 2009 eine Transferagentur eingerichtet worden.

Münchner Metamorphosen

Eine solche Agentur hat den Zweck, “Trennungs- und Veränderungsprozesse”, wie die GeDiS dies nennt, möglichst schmerzlos zu gestalten, indem so schnell wie möglich eine Anschlussbeschäftigung gefunden und so Arbeitslosigkeit vermieden wird. Die Betroffenen sind weiter (bis zur Kündigungsfrist) im Betrieb beschäftigt, werden von diesem jedoch für Beratungs- und Vermittlungsmaßnahmen freigestellt. 122 Kolleginnen und Kollegen nahmen an diesen Vorgriffveranstaltungen teil. Transferagenturen sind eine freiwillige Leistung des Unternehmens, werden allerdings zu 50 Prozent von der Bundesagentur für Arbeit bezuschusst (maximal 2500 Euro pro Person).

Anschließend wurden 113 bayrische Bauer-Leute in eine Transfergesellschaft übernommen. Bei den inzwischen neun “Fehlenden” handelt es sich um Kolleginnen und Kollegen, die in ein neues Arbeitsverhältnis in Esslingen oder anderswo eingetreten sind.

Eine Transfergesellschaft ist ein befristetes Arbeitsverhältnis (hier 12 Monate). “Arbeitgeber” ist nun jedoch die Personalentwicklungsgesellschaft. Auch hier gibt es Geld vom ehemaligen Unternehmen und der Agentur für Arbeit. Doch wird, was die Gesamtsumme betrifft, darauf geachtet – Zitat aus einem Arbeitspapier – “…dass die Betroffenen Anreize erhalten, sich um neue Arbeitsplätze zu bemühen.”

Tatsache ist, dass sich die Teilnehmer, finanziell abgesichert, ganz auf die Arbeitssuche konzentrieren können und dabei vom Transferdienstleister voll unterstützt werden.

Münchner Maßnahmen

Wie das aussieht, beschreibt Marion Houben, die zuständige Projektleiterin von GeDiS so:
“Es wurden den ehemaligen Danfoss Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neben dem individuellen Coaching durch einen persönlichen Berater eine Reihe von Kollektivmaßnahmen angeboten. Dazu gehörten das klassische Bewerbungstraining, aber auch Schulungen zu Themen, wie “Das Telefonat als Türöffner”, “Marketing in eigener Sache”, “Das Vorstellungsgespräch & die häufigsten Fragen”. Darüber hinaus konnten sich die Teilnehmer in regelmäßigen Gesprächsrunden über ihre Erfahrungen zu Erlebnissen und Erkenntnissen im Bewerbungsprozess austauschen. Zudem gibt es in diesem Kreis Tipps von uns, was die einzelnen Teilnehmer noch ausprobieren könnten und es werden neue Stellen vorgestellt."

Darüber hinaus betreibt die GeDiS eine eigene Stellenbörse (im Januar mit 2246 Angeboten), auf die intern 12013 Mal, von extern 30611 Mal zugegriffen wurde. Weiter stehen den Bewerbern die Mitarbeiterinnen des Jobcenters an fünf Tagen der Woche mit Rat und Tat zur Verfügung.

Weiter erklärt Marion Houben:"Auch versuchen wir, Teilnehmer durch unsere direkten Unternehmenskontakte zu vermitteln (Inplacement). Ebenso motivieren wir den einen oder anderen, über neue Einsatzfelder nachzudenken und sich beruflich zu verändern. "Besonders interessant ist die mögliche Rückkehroption. Das heißt, falls der neue Arbeitsplatz doch nicht der richtige ist, kann man in die Transfergesellschaft zurückgehen. 19 Mitarbeiter machten davon Gebrauch.

Münchner Meisterwerk

Die Statistik nennt folgende Zahlen: Insgesamt leistete die GeDiS bisher 1421 Beratungsstunden und es wurden 1251 Mal Bewerbungsunterlagen versandt. Das Ergebnis: Bis 22. Januar 2011 konnten 70 Kolleginnen und Kollegen oder 65 Prozent an einen neuen Arbeitsplatz vermittelt werden. Da im Moment noch einige Bewerbungsgespräche laufen, ist GeDiS überzeugt, dass sich diese Zahl noch erhöht.

Ein Teilnehmer fand seinen Weg durch den Besuch der Meisterschule, zwei weitere sind heute ihr eigener Chef, denn sie übernahmen oder gründeten einen Getränkehandel. Ein ehemaliger Industriemechaniker führt heute Besucher durch das Deutsche Museum in München. “Motivation, über neue Einsatzfelder nachzudenken” – es gelingt durchaus.

Herausgeber:
Danfoss Bauer GmbH, Esslingen

Weitere Informationen:

GeDiS GmbH / Vincenzo Minutillo (Öffentlichkeitsarbeit)
vincenzo.minutillo   gedis-gmbh.de
Fon: 089.550 597-0

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